Da ich selber einen Grauen Star hatte, möchte ich aus meiner
Erfahrung, die ich gemacht habe hier berichten.
Der Graue Star - oder auch Katarakt genannt - ist eine Erkrankung
des Auges. Genauer gesagt ist es eine Eintrübung der Linse, die nicht reversibel
ist, das heißt, hat es einmal angefangen, kann es sich leider nur noch verschlechtern.
Zu Beginn der Erkrankung habe ich fast nichts bemerkt, denn der grau-weiße milchige Schleier,
den man ständig "vor Augen hat", befand sich nur in der Mitte der Linse. Im ganzen
restlichen Bereich konnte ich völlig normal sehen.
Die "Dicke" des Schleiers verschlechterte sich jedoch mit der Zeit, so daß ich zum Augenarzt
ging. Bei dieser Routineuntersuchung (tat absolut nicht weh!) stellte er schließlich die Diagnose "Grauer Star".
Er war mittlerweile so fortgeschritten, daß ich operiert werden mußte. Da die Linse trüb
ist, kann sie bei einer solchen Operation nicht mit einem Laser behandelt werden,
denn dieser kann eine Linse nur abschleifen oder abflachen. Die einzige Möglichkeit
(bis jetzt) ist, die Linse stattdessen operativ zu entfernen und durch eine Künstliche
zu ersetzen.
Obwohl dies ein mikrochirurgischer Eingriff ist, kann man die Operation als relativ harmlos bezeichnen und
ambulant durchführen.
(Ich hatte immer wieder Angst vor der Operation, doch hinterher war ich froh, daß diese unberechtigt war!!)
Nach dem Ersetzen der Linse kann man auf dem behandelten Auge wieder ungetrübt sehen und sogar
eine Hornhautverkrümmung oder Kurz- bzw. Weitsichtigkeit beseitigen, denn die Linse wird individuell angepasst.
Klingt ganz toll, allerdings bedeutet
dies gleichzeitig, daß man hinterher nicht mehr ohne Hilfsmittel in der Nähe
sehen kann, da die neue, künstliche Linse starr ist, der Augenmuskel sie nicht mehr
wie die Natürliche zurechbiegen kann und ein fokussieren nicht mehr möglich ist.
Man benötigt deshalb eine spezielle Brille, am besten eine Gleitsichtbrille, die sowohl in der Ferne
als auch in der Nähe brauchbar ist.
Ich muß sagen, ich hatte ziemliche Bedenken vor der Operation, aber im nachhinein bin ich froh,
daß diese unberechtigt waren.
Vorher bekam ich eine örtliche Betäubung und wurde mit einem Schlafmittel
noch zusätzlich in einen leichten Schlaf versetzt, so daß ich von der Operation nichts mitbekommen habe.
Bei der Operation wird die alte Linse durch einen winzigen Schnitt - so um die 3mm!- über
(oder unter) dem Auge entfernt:
Dafür wird die trübe Linse vorsichtig zertrümmert und abgesaugt.
Anschließend wird die neue, künstliche Linse gefaltet ins Auge gesetzt und dort auseinandergeklappt.
Danach ist die Operation beendet und man bekommt eine Augenklappe, um das operierte Auge zu schonen.
Am nächsten Tag war meine Nachuntersuchung, mir wurde die Augenklappe abgenommen und
konnte danach sofort wieder sehen!
Der erste Moment war etwas eigenartig und das Auge fühlte sich etwas rauh an, aber diese Empfinden
legte sich innerhalb von ein paar Minuten.
In der nachfolgenden Zeit müssen sich die Haken der neuen Linse nur noch im Auge verankern,
damit sie richtig fest sitzt. Ausserdem sollte man immer wieder zum Arzt zur Kontrolle gehen.
In den ersten Tagen sind körperliche Anstrengungen wie Bücken und Druck
auf das operierte Auge (z.B auf dem Klo!) zu vermeiden, damit sich die Linse gut verankert.
Damit das Augenlid nicht zu fest am Auge reiben kann, bekommt man zusätzlich
Augentropfen verschrieben, die aber überhaupt nicht brennen.
Generell hatte ich kaum Schmerzen, außer ein wenig in der ersten Nacht mit der Augenklappe.
Die Anpassung einer (neuen) Brille ist erst nach ca. 6 - 8 Wochen möglich, da sich das Gehirn
vorher erst auf die neue Linse einstellen muß.
letzte Änderung: 1.4.2002
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